Feuchte regulieren durch Beobachtung und Regulierung des Wohnklimas

Sie kennen den Effekt einer kalten Flasche aus dem Kühlschrank, die an der warmen Zimmerluft plötzlich feucht wird. An ihr schlägt sich die Luftfeuchte nieder, weil der so genannte „Taupunkt“ unterschritten wird. Dasselbe geschieht im Winter auf der Innenseite der kalten Außenwände, insbesondere bei älteren Häusern.

Bei geringem oder fehlendem Wärmeschutz sind Außenecken, Deckenkanten, Fensternischen und Flächen hinter Möbelstücken so kalt, dass sich auch dort die Luftfeuchte niederschlägt. Das geschieht umso schneller und stärker, je feuchter die Zimmerluft ist.

In Wohnungen mit hoher Luftfeuchte von 70-90% kommt es daher häufig zur Bildung von Schimmelpilzen an diesen feuchten Wandstellen. Das ließe sich – abgesehen von Baumängeln – meistens vermeiden, indem wir durch regelmäßigen Luftaustausch während der Heizperiode ein Wohnklima von 40-60% relativer Feuchte sicherstellen (bei ca. 20°C Zimmertemperatur).

Dies ist möglich durch Lüftungsanlagen oder ganz einfach durch Fensteröffnen zur Stoßlüftung immer dann, wenn die Anzeige eines Hygrometers den Wert 50% im kalten Winter und 60% in milderen Herbst und Frühjahr übersteigt.

In kälteren Räumen bis 16°C ergibt sich dann eine maximale Luftfeuchte von ca. 60% r. F. In stark erwärmten Räumen sollte die relative Feuchte dann auf 40-30% sinken, was gesundheitlich nicht bedenklich ist.

Im Sommer ist die Außenluft warm und feucht. Im Keller wird dies für die kühlen Boden- und Wandflächen zum Problem. Hier darf bei warmer Witterung nicht gelüftet werden, sonst führt dies zu Sommerkonden- sation auf kühlen Flächen, genau wie auf einer kalten Flasche, siehe oben. Lüften sollte man dann nur, wenn es draußen kälter ist als drinnen.

Verfasser:
Dipl.-Ing. Johannes Zink | Schimmel-Beratung Nord | Steindamm 70 e | 22844 Norderstedt
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